Der Innovationspreis für inklusives Design wird von Design und Architektur Norwegen (DOGA) verliehen. Er ehrt Unternehmen, Designer und Architekten für Projekte, die zu einer gerechteren Gesellschaft mit Fokus auf Vielfalt, Gleichwertigkeit und universellem Design beitragen.
In diesem Blogbeitrag geben wir Ihnen Einblicke in den Innovationspreis und wie wir an Design und Entwicklung gearbeitet haben.
Movu – ein Unterstützer im Alltag von Design und Architektur Norwegen auf Vimeo.
Movu ist Gewinner in der Kategorie Produktdesign
Der Innovationspreis für inklusives Design wird in 10 verschiedenen Kategorien vergeben (Architektur, Landschaftsarchitektur, Möbel- und Innendesign, Produktdesign, Transportdesign, Grafikdesign, Informations- und Interaktionsdesign, Servicedesign, Textil- und Modedesign sowie junge Talente).
Movu ist Gewinner in der Kategorie Produktdesign.
Begründung der Jury:
Die Jury ist fasziniert von diesem stilvollen Dreirad, das sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Menschen ein Gefühl der Selbstwirksamkeit vermittelt. Durch eine gründliche und innovative Erkenntnisphase und Tests ist Movu zu einer flexiblen Unterstützung für die tägliche Mobilität geworden. Es macht den Spaziergang und das Training zu einem Vergnügen mit stolzer und natürlicher Ganghaltung, auch für diejenigen von uns mit eingeschränkter Muskelkraft im Oberkörper.
Das Start-up Movu Mobility ist es gelungen, ein Produkt zu entwickeln, das genauso cool ist wie ein Tretroller, aber stabiler und flexibler, sodass mehr Menschen Freude, mehr Selbstwirksamkeit und weniger Stigmatisierung beim Bewegen erleben.
Movu gewinnt den Innovationspreis für inklusives Design 2023 in der Kategorie Produktdesign, weil es ein Produkt geschaffen hat, das eine Marktlücke schließt und zur Nutzung durch mehr Menschen einlädt.

Bilder von Testpersonen, die Movu benutzen
Ein Designprozess basierend auf Erkenntnissen, nicht auf Annahmen.
Es ist fantastisch, eine so hochrangige Anerkennung zu erhalten – nicht nur für das fertige Produkt, sondern auch für den Designprozess. Denn der Designprozess und die Erkenntnisse, die wir dadurch gewonnen haben, sind wertvoll. Sie sind wichtig, weil sie das fertige Produkt in so großem Maße prägen.
Durch die Einbeziehung verschiedener Testpersonen haben wir die Herausforderungen kennengelernt, denen Menschen im Alltag begegnen. Unter anderem wurde die Einhandbremse nach einem Test mit einem MS-Patienten entwickelt, der in einer Hand eingeschränkte Funktion hatte.

Nahaufnahme eines Movu-Lenkrads und eines weißen Movu.
Das Lenkrad und das große Vorderrad
Die Rückmeldungen aus der Nutzerbeteiligung gaben klare Richtungen vor, und einige Grundprinzipien blieben bestehen: das große Vorderrad und das Lenkrad.
Wir sind gründlich vorgegangen, um ein gutes Lenkrad zu finden, das die Anatomie der Hand gut berücksichtigt, egal ob man sich daran festhält oder sich darauf stützt, während man auf den Bus wartet. Das Lenkrad ist jetzt ein deutliches, wiedererkennbares Detail, das Movu zu Movu macht.
Movu besteht aus einem großen Rad vorne und zwei kleineren Rädern hinten. Das ist kein Zufall und stellt eine klare und gewünschte Abgrenzung zu Hilfsmitteln wie Rollatoren dar. Die Designer hörten früh, dass der Rollator mit seinen vier kleinen Rädern „Gottes Gabe und des Teufels Fluch“ ist. Der Rollator kann sich unsicher und instabil anfühlen, wenn man Bordsteinkanten hoch- oder runtergeht. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass alle Hilfsmittel ihre eigenen Herausforderungen haben.
Mit Movu hat man gute Kontrolle. Das große Rad sorgt für gute Kontrolle, und man rollt elegant hinauf.
Movu – ein cooler Unterstützer.
Movu soll zur Nutzung einladen. Sowohl für diejenigen, die einen Rollator brauchen, ihn aber ablehnen, weil er stigmatisierend wirkt, als auch für alle anderen, die beim nächsten Ausflug unabhängig von Alter oder Funktionsniveau einen coolen Unterstützer möchten.
Erkenntnisse von echten Menschen
Gründliche Erkenntnisse und Offenheit gegenüber den Testnutzern waren uns wichtig, und es ist eine große Auszeichnung, dass DOGA unsere Arbeit anerkennt!

Bild einer Testperson auf Tour mit einer frühen Testversion von Movu.
Quellen: DOGA